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  • Marion Wosowiecki

Mein Leben mit Corona

Seit fast 2 Wochen hat sich unser aller Leben verändert, die Hundeschule und die Praxis sind geschlossen, wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich zur Zeit wohl viele Menschen. Ich habe Glück, da mein Mann seiner Arbeit noch nachgehen kann und so nur mein Verdienst weg fällt. Im Moment sehe ich alles noch positiv, genieße die Ruhe, die Zeit, die ich mit meinen Hunden verbringen kann. Erledige Dinge im Haus, die schon lange liegen geblieben sind. Gehe meine Hobbys nach, absolviere jeden Morgen meine Yoga Einheit, spiele Klavier und backe sehr viel, was meinen Mann und meinen Sohn, der aus Berlin gekommen ist, damit er nicht ganz alleine in seiner Wohnung sitzen muss (Homeoffice kann man von überall betreiben), natürlich sehr gefällt. Wahrscheinlich nehmen wir bald alle 10 kg zu.

Natürlich verfolge auch ich jeden Tag die aktuellen Berichte über das Virus, man möchte ja wissen, wie es weiter geht. Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage, hätte man die heutige Situation mit der Ausgangsbeschränkung verhindern können? Ich glaube ja, wenn sich alle Menschen schon früher darauf besonnen hätten, dass wir gemeinsam gegen das Virus kämpfen müssen und nicht einfache Regeln ignoriert hätten, vielleicht wären wir dann nicht in unserer Freiheit so eingeschränkt, wie jetzt. Vorletztes Wochenende, als das Wetter so schön warm war, waren Kaffees, Wiesen, Spielplätze voll. Ein Großteil der Bevölkerung hat die Warnungen ignoriert, wenn man nicht selbst betroffen ist, das ganze nicht greifbar ist, scheint es die Meisten nicht zu interessieren.


Nun meine Mutter ist erkrankt, sie war zu Besuch in bekanntem Altersheim in Würzburg, in dem so viele Fälle, auch Todesfälle aufgetreten sind. Da hat man täglich Angst um seine Eltern, man kann ihnen nicht persönlich beistehen, nur für sie einkaufen und telefonisch Beistand leisten. Wenn man anruft und sie mal nicht ans Telefon gehen, bekommt man es mit der Angst zu tun und wird ganz unruhig. Aber sie haben es mittlerweile gut überstanden, meiner Mutter geht es besser, mein Vater scheint negativ zu sein, da er seit einer Woche noch kein Testergebnis erhalten hat. Auch mein anderer Sohn ist mit seiner Familie in Quarantäne, ihnen geht es gut, sie sind noch jung, die Symptome nicht schlimmer als ein normaler Schnupfen. Ob sie positiv sind, wissen auch sie noch nicht. Meine Mutter hatte ihr Ergebnis innerhalb eines Tages, zu diesem Zeitpunkt wurden aber auch noch nicht so viele Tests durchgeführt. Jetzt kommen die Helfer nicht mehr hinterher, klingeln sogar mitten in der Nacht bei den Menschen um sie zu testen.


Trotzdem ist die Situation bei uns in Deutschland noch nicht so extrem, wie teilweise in unseren Nachbarländern. Woran liegt das? Müssen wir noch mit überfüllten Krankenhäusern rechnen? Laut Aussage einer Krankenschwester hier in Würzburg sind selbst die Isolierstationen noch nicht voll belegt, viele Betten sind leer, teilweise sind im Moment die Schwestern zu Hause, da man nicht dringende Operationen und Behandlungen abgesagt hat.


Nun, nach der Ausgangsbeschränkung scheint ja ein Ruck durch die Menschen gegangen zu sein, plötzlich waren die Straßen leer, man sah die Menschen nur noch zu zweit spazieren gehen. Leider hat sich das heute schon wieder geändert, heute sah ich wieder Gruppen junger Menschen zusammen stehend, Wein trinkend und schon wieder die Regeln missachtend. Auch Gassirunden mit mehreren Personen waren unterwegs. Hier wird wieder nicht nachgedacht, was das für die vielen Menschen bedeutet, die ihrer Arbeit nicht nachgehen können, was, wenn durch die Ignoranz der Leute doch noch die komplette Ausgangssperre kommt? Warum fällt es der Menschheit so schwer einfach mal zu verzichten? Gewohnheiten hinter sich zu lassen?


Doch viele düstere Gedanken, aber ich will weiter guter Dinge sein und das, was ich nicht ändern kann hinnehmen und das Beste daraus machen. Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen und vielleicht hat es die Menschheit auch mal gebraucht, die Krise. Vielleicht hilft es Einigen umzudenken, aus ihren Wohlstand auszubrechen und sich wieder auf das Wesentlich im Leben zu konzentrieren.


Bleibt gesund

Eure Marion

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