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  • Marion Wosowiecki

Die Zusammensetzung von Trockenfutter

Woran erkenne ich den ein gutes Trockenfutter? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn selbst teuer ist nicht unbedingt gut. Ein gutes Hundefutter sollte vor allem artgerecht und natürlich sein, aber was ist artgerecht eigentlich?

Jedes Lebewesen benötigt zum Leben Energie. Sie benötigt man zur Regulierung der Körpertemperatur, für Atmung und Kreislauf, zur Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung, Bewegung und Wachstum. Die Energie gewinnt der Körper durch schrittweise Verbrennung (Oxidation) der aufgenommenen Nahrungsbestandteile. Die Hauptenergiequelle für den Hund sind Fette, gefolgt von Kohlenhydraten, auf Eiweiße greift der Körper nur zurück, wenn ein Überschuss besteht oder zu wenig Energie aus Fetten und Kohlenhydraten gewonnen wird. Kohlenhydrate muss der Hund nicht zwingend mit der Nahrung aufnahmen, da er sie aus anderen Quellen synthetisieren (selbst herstellen) kann. Auch für andere Prozesse benötigt der Körper Nährstoffe wie Eiweiße ( auch Proteine genannt), Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Für die Verdauung werden Ballaststoffe gebraucht und ganz wichtig für den Körper auch Wasser.

Es sollten weder ein Zuviel noch Zuwenig zugeführt werden, da Nährstoffe sich auch gegenseitig beeinflussen. Eine Über- oder Unterversorgung mit bestimmten Aminosäuren kann auch zu organischen Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten führen.


Jetzt haben bestimmte Futtermittel wie z.B. Fleisch eine hohe Verwertbarkeit und andere, wie z.B. Mais eine schlechte. Widmen wir uns dem Fleisch, wie ist das denn nun mit dem Fleischanteil? Heutzutage wird immer häufiger mit 70% Fleischanteil geworben, während in anderen Trockenfuttern nur 25% enthalten sind. Hier müssen wir aber zwischen der Deklaration in der Frischesubstanz und der Deklaration im tatsächlich getrocknetem Zustand unterscheiden.


Nun besteht Trockenfutter ja bekanntlich aus getrockneten Zutaten, also wäre es sinnvoll, die Inhaltsstoffe auch im getrockneten Zustand zu deklarieren. Alles andere verführt nämlich, wenn mit 70% Frischfleisch geworben wird und man weiß, dass Fleisch zu 70 - 80 % aus Wasser besteht kann da ja irgendwas nicht stimmen. Beim Trocknungsvorgang geht sehr viel vom ursprünglichen Gewicht verloren. Wenn man sich die Mühe macht, kann man das ausrechnen. Ernährungsphysiologisch macht es keinen Unterschied, ob in einem Futter 70 % frisches Fleisch oder 33 % getrocknetes und gemahlenes Fleisch enthalten sind.


Kommen wir zu den Deklarationen:

Auf manchen Verpackungen lesen wir z.B. frische Ente und zum zweiten Entenfleisch (getrocknet und gemahlen). Wo ist jetzt der Unterschied? Frische Ente kann alles von der Ente sein, sonst müsste da nämlich Entenfleisch stehen. In der Regel verbirgt sich dahinter ein sehr großer Anteil minderwertiger Rohstoffe. Häufig liest man auch Geflügelhydrolysat. Hydrolyse ist die Spaltung einer chemischen Verbindung durch Reaktion mit Wasser. Sie werden meistens dann genommen, wenn das Ausgangsmaterial nicht alle nötigen Aminosäuren deckt. In der Regel ist der Rohstoff von schlechter Qualität. Allerdings haben diese Proteine auch einen großen Vorteil, da es sich um "zerlegte" Proteine handelt, werden sie vom Darm nicht als solche erkannt. Daher lösen sie auch keine Allergien aus.

Kommen wir zu einer weiteren Deklaration: Geflügelfleischmehl, klingt ja im ersten Moment gar nicht so schlecht und auch bitte nicht zu verwechseln mit Geflügelfleisch getrocknet und gemahlen. In der Futtermittelverordnung gibt es den Begriff Fleischmehl nicht. Es gibt z.B. Geflügelmehl, was aber vom Geflügel verwendet wird, ob hochwertiges Fleisch oder Federn, Haut, Füße, Schnäbel, wissen wir nicht. Es gibt zwischen der Bezeichnung Geflügelmehl oder Geflügelfleischmehl rechtlich keinen Unterschied. Dasselbe gilt übrigens auch für Mais und Maismehl, hier werden nicht nur die Körner, sondern der gesamte Kolben verarbeitet. Maiskleber ist das Nebenprodukt aus der Stärkegewinnung bei der Verarbeitung von Mais.

Falls ihr z.B. Geflügel-, Kartoffelprotein usw. lest ist das nichts anderes als Hydrolysat, das kennt ihr ja jetzt schon.


Wie könnte eine gute Deklaration jetzt aussehen:

Geflügelfleisch (41% getrocknet und fein gemahlen), Kartoffelflocken (aufgeschlossen), Kartoffelstärke (fein vermahlen), Geflügelfett (8 %), Granatapfelkerne (7%), Lachsöl (1%), Kräutermischung (getrocknet und gemahlen), Äpfel (getrocknet und gemahlen) usw.


Eigentlich kann man sagen, wenn ihr als Laie mit den Zutaten etwas anfangen könnt, super. Ansonsten lasst die Finger davon oder fragt nach, was es wirklich bedeutet.


Ich hoffe, ihr habe jetzt ein bisschen Klarheit. Als nächstes widme ich mich dem Dosenfutter.

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